„Habemus Conventus“ – die Schwabenballisten gründen einen Verein

Lange haben wir darauf hingearbeitet, nun ist es soweit: die „Schwabenballisten“ haben sich eine rechtliche Form gegeben und dürfen bald – so das Vereinsregister will – sich „eingetragener Verein“ nennen. Geboren aus einem Treff dreier fußballbegeisterter und RB-affiner Schwaben, die seit 2010 / 11 den einzig wahren Rasenballsport zunächst für sich verfolgten und sich im Anschluss an das Gastspiel im „Ländle“ bei den Stuttgarter Kickers trafen, wurde durch persönliche Kontakte, Social Media und ein strategisch fürs Fernsehen gut platziertes Banner bald ein Sammelbecken für viele weitere RB-Fans im Großraum Stuttgart.

Gestählt durch Auswärtsfahrten im Schnee und Eis in Aalen, ölige Spiele in Fürth oder Abenteuerfahrten nach Freiburg wurde die „Interessengemeinschaft“ immer enger – nur folgerichtig der Wunsch, sich in einem Verein zu organisieren. Die Größe, der Organisationsgrad, die Tradition – der Verein als des Deutschen liebstes Kind sollte auch für die Schwabenballisten Heimat werden.

Und wie es die Tradition so will, trafen sich eines Samstags zehn wackere Anhänger ihres Vereins in ihrer Stammkneipe in Stuttgart-Vaihingen, um Fußball zu schauen und einen Verein zu gründen. Zwischen Bier und zünftigem Essen, zwischen der Niederlage des zweiterfolgreichsten schwäbischen Vereines (VfB) und der Niederlage des erfolgreichsten schwäbischen Vereines (RBL), zwischen holzvertäfelten Wänden und allerlei Andenken, zwischen großen Flachbildfernsehern, die die Konferenz übertrugen, und einem Laptop, der das ganze RB-(Trauer-)Spiel zeigte, gründete sich der neue Verein.

Ganz untraditionell wurde über Satzungsfragen und Personalien nicht gestritten, in bester SPD-Manier wurden die Vorstandsposten „schulzeresque“ mit 100-Prozent-Stimmenanteilen vergeben. Mit zehn Handstrichen wurde die Gründungssatzung unterzeichnet und der frisch gewählte Vorsitzende Enrico Sommerweiß durfte feststellen: „Damit wurde der Verein offiziell gegründet“. Den geschäftsführenden Vorstand komplettieren Matthias Busse (2. Vorsitzender), Andrea Hebecker (Schatzmeisterin) und Steffen Schelenz (Schriftführer).

Ja, Schatzmeisterin, Sie haben richtig gehört. Der Schwabe des 21. Jahrhunderts überlässt die Finanzfragen der erfahrenen Frau, die über die Reichtümer des Vereins, gespeist aus knackigen Anteilen des Fangehalts wachen darf. Gleichberechtigung at its best!

Nach der Finanzfrage über den Beitrag rückten die weiteren Pläne in den Vordergrund. Die Schwabenballisten als größter RB-Fanclub außerhalb Mitteldeutschlands peilen den OFC-Status an. Und wo könnte dieser „schwäbische“ Verein um seine Macher Ralf Rangnick, Helmut Groß, Frieder Schrof, Thomas Albeck, Alex Blessin und Co. sowie seine Matadore Dome Kaiser, Timo Werner (Fußballgott), Marvin Compper, Davie Selke, Rani Khedira und Co. besser bei der Expansion ihrer OFC anfangen als im „Ländle“?

Die Mitgliederzahl erhöht sich durch die Beitritte der „Schwabenballisten“, die nicht vor Ort sein konnten, bereits auf 14. Weiteres Wachstum ist absehbar, im Hintergrund weilt ein Sympathiesantenkreis von nochmals knapp 10 Personen. Die Schwabenballisten als Integrationsfaktor und Repräsentant des Vereins in Süddeutschland: „Wir geben RB ein Gesicht!“

Wir haben uns daher schon einmal Gedanken gemacht, wer denn berufen wäre, uns den OFC-Status zu verleihen. Es gäbe aus regionalen Gründen viele Kandidaten. Wir haben auf Twitter eine Umfrage dazu gestartet:

Das Ergebnis sollte nicht zur Enttäuschung für „Dome“ oder „Ralle“ werden, Timo – in der Umfrage zweiter Sieger, aber bald Jogis Nummer eins (?) – sollte sich ebenfalls freuen, denn niemand hat die Herzen der RB-Fans so erwärmt wie „Aki“ Watzke. Mein persönlicher Vorschlag wäre ja eine gemeinsame Übergabe mit RBs „Aggressive Leader“ Oli Mintzlaff. Ob das mehrheitsfähig in den Gremien von RBL ist? Abwarten.

Jedenfalls wollen sich die Schwabenballisten noch tiefer gesellschaftlich engagieren. Insbesondere wollen wir Bande knüpfen zu anderen Fanclubs, sowohl zu anderen RB-Fanclubs als auch zu Fanclubs anderer Fußballvereine, insbesondere in unserer Region. In unserer Stammkneipe könnte der Anfang gemacht werden. Und nun ganz ohne die diesen Text durchziehende Ironie würden wir uns sehr darüber freuen spannende Kontakte zu anderen Fangruppen zu knüpfen, die am Ende vielleicht sagen: „Mit Eurem Verein kann ich noch immer nichts anfangen, aber Ihr seid ne nette und lustige Truppe“.

Wer leidenschaftlichen Support seiner Mannschaft mit ironisch-bissigem Wettstreit mit dem Gegner bei Wahrung von Fairness und Anstand verbunden sehen will, der ist bei uns an der richtigen Adresse. Wer Interesse hat, meldet Euch, wir beißen nicht und sind für (fast) jeden Spaß zu haben, ob Fanclubturnier, gemütlicher Hock oder Stadionaktionen:

Wir sind Schwabenballisten – traditionell anders
und des g’hört so!

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#FCARBL – Toller Fußball und das Kreuz mit der Erwartungshaltung

#FCARBL

Am 03.03. war es soweit – die mit Abstand größte Gruppe von Schwabenballisten und Sympathisanten machte sich auf den Weg nach Augsburg. 185km am Freitagnachmittag und in dieser Saison somit die zweit nächste Möglichkeit Fußball unserer Rasenballer zu sehen. Der Freistaat war in dieser Saison ein schlechtes Pflaster für RBL und wir waren auch jedes Mal dabei.

Früh da sichert einen guten Platz.

2h vorher ist die WWK Arena noch verschlafen

In Augsburg angekommen konnten wir recht schnell feststellen, dass das Thema Fantrennung extrem sauber gehandhabt wurde. Parken direkt vor dem Fanblock, umzäunter Parkplatz und sehr aufmerksame Ordner. Passieren konnte da definitiv nicht viel.

Bei Einlass waren die Kontrollen dann aber aufwändig. So sehr, dass der eine oder andere RB-Fan mindestens angenervt, teilweise auch schon aggressiv wurde.

Weshalb man Zigarettenschachteln öffnet, daran riecht und dann noch fragt, ob der Betroffene wirklich ein Raucher ist – naja, kann man machen. Potentiell schwierige Situationen zwischen Personal und RB-Fans wurden durch 2m-Schränke freundlich und nachdrücklich entschärft. Passt schon.

Im Stadion dann alkoholfreies Bier der Kategorie Abwaschwasser. Damit wollte man uns wohl auf den Status „Risikospiel“ hinweisen. Im Radler wurde allerdings normales Bier verarbeitet – ist halt doof, wenn man das erst zu spät merkt. Zumindest war die Weiterfahrt nach Leipzig nicht gefährdet.

Kommen wir zur

Erwartungshaltung

Das Spiel

Es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Sieg oder Niederlage? Das Unentschieden ist das beste Ergebnis für Beide. Wer den Ablauf genauer nachlesen will: Der Rotebrauseblogger trifft den Geist des Spiels sehr gut. Wie immer eine treffende Analyse.

Zumindest meine Erwartung hat das Spiel ziemlich exakt erfüllt. Ergebnisoffen und temporär zu körperlich. Beide waren auf Augenhöhe, beide hätten verlieren können.

Auch so kann Protest sein – zu Erheiterung trug das „RB-Traditionslogo“ bei

Beim Schiri war alles dabei: Von „Da lag er richtig“ über „Kann man so Pfeifen“ bis hin zu „Was soll der Mist?“ hat er alles rausgepackt. Eine klare Linie konnte zumindest ich nicht erkennen. Positiv: Beide Mannschaften bekamen das volle Programm ab. Wenn man will, kann man das als „Linie“ bezeichnen.

Die Saison

Es ist schon verrückt. Da fährt man seit nunmehr 4 Jahren regelmäßig und deutschlandweit zu den Spielen der Rasenballsportler, steht in Stadien der dritten Liga praktisch nur mit Gästefans, erlebt die ersten echten Hochs und Tiefs in der 2. Bundesliga und sieht jetzt erstklassigen Fußball. Kein Schlamm, keine praktisch unbespielbaren Plätze (jaja, wir kennen Plätze mit richtig Schlamm und Schnee), kein Montag – daran wollte man teilhaben.

Das erleben wir.

Das genießen wir

Ein kleines Problem kristallisierte sich dann trotzdem recht schnell in der Saison heraus.

Wir haben uns, getrieben auch von der als realistisch einzuschätzenden Bewertung der Verantwortlichen bei RB Leipzig beeinflussen lassen und als Ziel einen mittleren Tabellenplatz – vielleicht sogar einstellig – ausgegeben. Und was kam dann? Die „Rasselbande“ (Sport 1 Doppelpass) spielt hervorragenden Fußball, legt sich die meisten Gegner sauber zurecht, gewinnt, wenn es grad mal passt und verliert auch mal absolut verdient. Dazu scheitern derzeit praktisch alle Gegner an sich selbst.

Leverkusen, Gladbach, Dortmund, Wolfsburg – die internationalen Plätze waren vor der Saison ja praktisch schon vergeben. Bayern wird Meister – ok, hier werden die Erwartungen wie immer erfüllt.

Und dann schaut man beim sonntäglichen Frühstück in die Tabelle und hört sich sagen: Mist, Dortmund hat nur noch 6 Punkte Rückstand und die Bayern ziehen davon. Das wird knapp. Der Titel fast schon unmöglich. Ok, international wird – zumindest aus sportlicher Sicht – eher kein Problem sein, aber CL wäre schon nett. Dann schaut man kurz hoch und denkt:

HAST DU SIE EIGENTLICH NOCH ALLE?

Vor 5 Jahren hat dich Fußball gar nicht interessiert – laaaangweilig. Jetzt hältst Du mit freundlicher Genehmigung der ganzen Familie ein paar Tage Urlaub für Reisen zu europäischen Spitzenmannschaften zurück! Dich ärgert der wachsende Abstand zum FCB und der schrumpfende Abstand zu Dortmund – alles von Tabellenplatz 2 aus betrachtet. Ja, das ist definitiv unfassbar.

Die Erwartungshaltung hat sich verändert.

Ein einstelliger Platz ist praktisch unvermeidbar, EL Minimalziel, CL wäre klasse, Meistertitel – nein, verrückt sind wir dann doch nicht.

Es ist schon ein Kreuz mit der Erwartungshaltung…

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Ein Zeichen setzen gegen Gewalt im Fußball

Unter diesem Motto Stand der 20. Spieltag der Fans von RB Leipzig.

Schon auf der Anreise nach Leipzig begegneten uns leider wieder leicht aggressive Fans des HSV.

Es wurde u.a. massiv gegen Scheiben geschlagen oder „böse“ Finger gezeigt. (S-Bahn und Shuttle-Bus) Es stellte sich aber glücklicherweise heraus, dass die Fans die zu Fuß zum Stadion unterwegs waren, äußerst friedfertige Fans des Hamburger Sportvereins waren. Dies beruhigte uns und wir konnten uns auf ein schönes Fußballspiel freuen.

Die Aktion der Fans

Banner – können wir auch!

 

Kurz vor dem Einlaufen der Mannschaften begannen die Leipziger Fans ihre Banner auszurollen. Mit Sprüchen wie „Gewaltfrei seit 2009“ oder „ Respekt, Liebe, Leidenschaft“ setzten die Fans des Rasenballsport Leipzig ein Zeichen. Nicht zuletzt der über die gesamten B-Tribüne reichende Banner mit dem Spruch „ Fußball für alle statt menschenverachtender Krawalle“ war ein nicht zu übersehendes Zeichen gegen Gewalt und für den Sport. Überdies wurde in der neunten Spielminute ein Zeichen des Zusammenhalts in die Welt hinaus geschickt. Die Fans stimmten gemeinsam das Lied „wir sind Leipzig“ an. Ein tolles Gefühl ein Teil dieser Aktion gewesen zu sein.

Vor dem Spiel

Pyro im Block

 

Das Spiel

Nach der starken Anfangsphase der Leipziger, bei der Werner aus kurzer Distanz scheiterte, übernahm der HSV das Spiel. Bereits beim Spielaufbau kam es bei RB immer wieder zu Fehlpässen. In der 18. Spielminute stand es nach einem Eckball plötzlich 0:1. Ausgerechnet unser Ex-Spieler Papadopoulos köpfte nach der Hereingabe von Müller den Ball sauber ins Tor. Nur 6 Minuten später gelang es Walace ebenfalls nach einem Eckstoß von Müller den Ball ins Tor der Leipziger zu köpfen. Unser Trainer reagierte und brachte mit Poulsen einen weiteren Offensivspieler auf das Feld. Leider war das Spiel unserer Rückennummer 9 nach wenigen Minuten bereits beendet. Er verletzte sich und fällt wohl mindestens sechs Wochen aus. Für ihn kam Selke aufs Feld.

Die zweite Halbzeit war nur durch wenige herausragende Aktionen geprägt. Die Leipziger versuchten durch mehr Tempo und Kombinationsfußball in den Strafraum der Hamburger zu gelangen. Der HSV hingegen schaffte es durch eine starke Defensivleistung immer wieder dies zu verhindern. Erst in der Schlussphase wurde es dann etwas hektischer. Orban sah gelb, nachdem er einen Arztkoffers aus dem Spielfeld „kickte“. Die Leipziger versuchten durch offensives Pressing wenigstens noch einen Anschlusstreffer zu erzielen. Hierbei liefen Sie jedoch in einen Konter, welcher dann zum Endstand führte. In der 93. Spielminute schoss Hunt das 0:3. Schlussendlich musste man neidlos anerkennen, dass Hamburg gut gespielt hatte und im Spiel der Leipziger vieles nicht funktioniert hat. Insofern war der Sieg des HSV verdient.

Auch wir hängen manchmal in der RBA ab.

 

Die Schwabenballisten

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Gegen den modernen Fußball

Nach etwas mehr als einem Monat gab es dann doch noch eine kleine Stellungnahme der Münchner Schickeria zum Spiel FCB vs. RBL kurz vor Weihnachten. Natürlich sehen wir das alles nicht so, werden aber mal versuchen, die zentralen Teile zu kommentieren.

Sieht schon toll aus – auch bei Nebel

Da sportlich nicht soviel passiert war – RBL war wohl schon im Winterurlaub und der FCB war einfach gut unterwegs – beschäftigte man sich mit dem Auftritt der beiden Fankurven. Neben den typischen Formulierungen der Kategorie „Wir sind die Besten“, gab es doch einige Punkte, die man so nicht erwarten muss.

Zuerst war da natürlich die Stimmung. In den ersten 30 Minuten kam aus dem Süden ziemlich viel Richtung Norden und war auch entsprechend laut. Danach ging es, auch getrieben vom kaum stattfindenden Spiel, merklich in den Keller. Im Norden war es, basierend auf 7000 Auswärtsfans, in den gesamten 90 Minuten aus meiner Sicht ok, wenn auch nicht gut. Deutlich mehr Stimmung im Block konnten wir schon mit deutlich weniger Leuten erzeugen.

Jaja, wir waren auch da…

Durch das als „schwierig“ zu beschreibende Vergabeverfahren der Tickets war die „Kerntruppe“ verstreut über die gesamte Breite des Blocks, wodurch natürlich auch kein richtiger Druck erzeugt werden konnte. Selbst die angereisten Schwabenballisten, die irgendwie Karten bekommen hatten, saßen überall, nur nicht zusammen. Die zusätzlichen 5000 Auswärtsfahrer waren spürbar oder in dem Fall halt leider auch nicht. Auch ein Bekannter gab am nächsten Tag zu Protokoll, dass die Stimmung gut war, er aber kein richtiges Zentrum erkennen konnte. „Vielleicht links oben von der Haupttribüne aus gesehen.“ waren seine Worte.

Um so erstaunlicher ist es aber, dass die Feststellungen der Schickeria dann in Richtung „…eine Atmosphäre herrscht, wie sonst eigentlich nur bei Gastspielen der Schalker Knappen oder Borussia aus Dortmund…“ geht. Erstaunlich deshalb, weil man das definitiv als Respektsbekundung anerkennen muss und auch weil üblicherweise die Wahrnehmung im Block eher besser ist, als von Außen betrachtet. Also, danke für die positiven Worte.

Und dann ist da noch der Punkt aus der Überschrift.

Ein bisschen Werbung ist ok.

Ein bisschen Mehr dann halt komisch…

Es ist mir vollkommen unklar, wie man als Fan vom 1. FC Bayern München gegen den modernen Fußball protestieren kann. Wenn ein Verein und die ausgegliederte Profiabteilung etwas vom „modernen Fußball“ versteht und dieses auch massiv praktiziert, dann doch der FCB. Eine halbe Milliarde Umsatz im Jahr und eine Werbeveranstaltung mit Zugabe eines Fußballspiels sind klare Hinweise, dass man sich im Süden der Arena das Thema ein wenig schönredet.

Gegen den modernen Fußball – oder so ähnlich

Vermutlich liegt es aber auch daran, dass praktisch kein FCB-Fan seine Mannschaft in der 3. Liga unterstützen durfte und auch keiner zu einem Ligaspiel am Montag bei „Saukalt und Schlamm“ 400km zum Gegner eierte und im „Stadion“ mit 100 Fans das Maximum rausholen musste.

Und richtig schwierig in der Argumentation wird es an dem Punkt, dass man als „Fußballfan“ eine Kooperation zwischen anderen Abteilungen des Vereins und einem Sponsor verhindern will, weil man den Sponsor nicht mag.

Wohlgemerkt: Red Bull will für 100 Millionen € eine Halle für den eigenen EHC München bauen und die FCB-Basketballer möchten Mieter werden, weil der FCB nicht in der Lage ist, dass selbst zu stemmen.

Fazit: Kann man so machen – ist dann halt doof.

Damit soll der Ausflug zu anderen Fangruppierungen beendet sein. Kümmern wir uns mal wieder um uns. Gibt ja genug z tun ;).

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„Sky“ is the limit – über den Umgang mit Fußballern

Mercedes Benz Junior Cup im Sindelfinger Glaspalast. Das bedeutendste Hallenturnier für U19 Junioren, direkt vor unserer Haustür. Klar waren die Schwabenballisten vor Ort, um auch den Nachwuchs von Rasenballsport Leipzig zu unterstützen. Die potenziellen Stars von morgen bereiteten Freude, allen voran der Nachwuchs des VfB und der TSG Hoffenheim, den baden-württembergischen Rivalen. RBL beendete das Turnier auf einem respektablen vierten Platz.

So schön das Sportliche anmutete, so störend waren manche Nebengeräusche. In meiner unmittelbaren Nähe hatten sich betrunkene junge Männer zwischen 16 und 20 mit offensichtlich niedrigem Bildungsstand eingefunden, die weder zur Unterstützung einer Mannschaft noch zum Genuss guten Jugendfußballs gekommen waren, sondern für fast jeden Beteiligten Beleidigungen parat hatten. Schalker Fans wurden beleidigt und teilweise tätlich angegangen (unter den Augen der nur sporadisch interessierten Ordnungskräfte), Dietmar Hopp wurde verunglimpft, die Spieler von Rasenballsport Leipzig sowieso. Haupthassobjekt war jedoch kein anwesender Spieler, sondern ein gewisser Timo Werner. Alle fünf Minuten wurde ein „Timo Werner ist ein H****sohn“ angestimmt.

Timo, dem in unserer Region noch viele zujubelten, als er den „Bruschtring“ trug und durch seinen Wechsel zum „Bösen“ in Ungnade fiel. Dank guter Leistungen verstummten zunächst viele Kritiker. Bis … ja bis zum 3.12.2016, als Timo Werner den Sündenfall der Saison beging und durch eine astreine Schwalbe bereits in Minute 1 einen Elfer schinden konnte. Anschließend brannte ein Sturm der Entrüstung durch Fußball-Deutschland, den ich in knapp 30 Jahren noch nie erlebt habe. Nicht bei Andy Möller, nicht bei Oliver Held, nicht bei Oliver Kahn Kung-Fu-Einlagen, erst recht nicht bei einer von Arjen Robbens allwöchentlichen Schwalben.

In der „Welt“ titelt Autor Tobias Holtkamp heute „Der Umgang mit Timo Werner ist entwürdigend“. Er hat recht. Timo Werner zu verteidigen heißt nicht, seine Schwalbe gutzuheißen oder seine Rechtfertigung im Interview nach dem Spiel. Aber man muss konstatieren, dass es in jeder Saison mindestens 10-20 glasklare Schwalben in den Strafräumen der Bundesliga gibt, die trotz des Fehlens jeglicher Berührung um einen Elfmeterpfiff betteln. Es war auch längst nicht die erste Schauspieleinlage eines RB-Spielers. Was also macht den Fall so besonders, dass Werner auch nach mehreren Wochen so oft verunglimpft wird, selbst bei der Dart-WM in London. Nein, der Beitrag soll nicht den Intelligenzquotienten dortiger Schlachtenbummler eruieren, die Gesänge gehässiger Zuschauer sind nur Folge des Problems, nicht dessen Kern.

Einer der Väter des Sturms der Entrüstung ist Kai Dittmann und das Moderatoren-Team von „Sky“. Dass Dittmann die Szene um den Elfmeter auseinandernahm, bewertete und Werners Aktion als Schwalbe brandmarkte, ist sein Job. In der Folge kam ich jedoch mit dem Zählen nicht hinterher, wie Dittmann bei laufendem Spiel vom aktuellen Geschehen abschweifte und die Schwalbe zurück ins Gespräch brachte, wobei die Schwalbe alleine im Laufe der Sendung eine Entwicklung von Unsportlichkeit über schlimmer Betrugsversuch und der Schwalbe des Jahres bis hin zur schlimmsten Schwalbe aller Zeiten durchmachte. Ich war schon während des Spiels genervt, dass das durchaus gute Spiel zweier formstarker Teams komplett in den Hintergrund rückte, während sich Dittmann immer mehr in Rage redete.

Nach dem Spiel war die Szene natürlich auch Thema in der knapp 60-minütigen Nachbetrachtung. Die Experten (Bruchhagen, Metzelder und Matthäus) waren sich schnell einig, dass eine Schwalbe vorlag und das ebenfalls unbestrittene Ziehen Naldos zuvor auf das spätere Fallen Werners sicher keinen Einfluss mehr hatte. Interessant die Interviews, als Schalke-Keeper Fährmann noch immer wütend war, nicht in erster Linie auf Schwalbenkönig Werner, sondern Schiedsrichter Dankert, der ihm Gelb gab, obwohl Werner zugegeben habe, nicht von Fährmann berührt, sondern von Naldo gezogen worden zu sein. Dies geben auch die Gesten im Fernsehbild wieder. Man hätte den interessanten Vorgang nach 15 Minuten spannender Diskussion bewenden sein lassen können.

Tat man jedoch nicht. Selbst als die Experten meinten „es gibt doch noch andere Dinge zu bereden als diese Schwalbe“ wollten die Sky-Moderatoren nicht vom Thema ablassen, anderen Szenen wurde keine Beachtung mehr geschenkt, nicht dem sehenswertens Ausgleichstreffer Schalkes, noch dem unglücklichen, aber verdienten 2:1 durch ein Schalker Eigentor, erst recht nicht sonstigen Chancen.

Dem guten Vorbild von Sky schlossen sich andere Medien an, das ZDF-Sportstudio versuchte sich ebenfalls in Superlativen, filetierte auch insbesondere diese Szene und blies den Fall weiter auf. Medial wurde angeführt von der Bild-Zeitung eine Hetzjagd auf Werner eröffnet. Auch vermeintliche Qualitätsmedien sprangen auf den Zug auf. Werner hätte sich auf dem Platz entschuldigen müssen, hätte den Elfmeter ablehnen müssen. Ethisch mit hohem Pathos wurde der Sportsgeist beschworen, Timo Werner zum Sünder.

Ja, auch mir machte die Schwalbe Bauchschmerzen, von uns Schwabenballisten konnte sich niemand so recht über das „Wie“ der Führung freuen. Aber man macht es sich eben sehr einfach, diesen Fall herauszugreifen und aufzubauschen, während man eine Woche vorher zusieht, wie Javi Martinez per absichtlichem Handspiel im Strafraum kurz vor Schluss den sicheren Ausgleich von Leverkusen verhindert und damit durchkommt oder eine Woche später Makoto Hasebe ebenfalls mit einer lupenreinen Schwalbe einen  – später nicht verwandelten – Elfmeter schindet. Beide Male kein Entrüstungssturm, sondern Vokabeln von „clever“ bis „Pech“, kein Wort von „Unsportlichkeit“ oder „Skandal“.

Dank Sky und Co. ist Timo Werner nun in weiten Kreisen der Inbegriff der Unsportlichkeit. Man ermutigt damit Gruppen, die ohnehin gegen RB (und andere) hetzen wollen, man gibt geistige Legitimierung für Hetze und Verfolgung. (Fast) niemand stand auf und sagte „Ist auch mal gut jetzt“. Die mediale Hetzjegd wird nicht dazu führen, dass Spieler weniger unsportlich agieren werden. Im Gegenteil: wir haben nun einen Prügelknaben, im Vergleich zu dessen Untat sämtliche künftige Vergehen als „relativ harmlos“ gemessen werden. Nicht weil die Werner-Schwalbe so einzigartig war, sondern weil sie so einzigartig aufgebauscht wurde. Ein Spieler ist nun Hassobjekt und wird zum Spießrutenlauf gezwungen.

Dieser Ansatz ist falsch. Im Johannes-Evangelium heißt es in Kap. 8, 1-11: „Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein [auf sie]“. Übersetzt: wer noch nie von einer Schwalbe oder Unsportlichkeit profitiert hat, werfe den ersten Stein. Das ist keine Beliebigkeit oder Billigung, denn das Zitat endet mit den Worten: „Auch ich verurteile Dich nicht. Geh hin und sündige von nun an nicht mehr“.

Das wäre auch ein schönes Schlusswort. Aber für mich geht der Auftrag weiter. Es kann nicht sein, dass Vereine, Medien oder Veranstalter wahrnehmen, dass hier unverhältnismäßig auf eine Person eingeprügelt wird. Bei vielen Hetzern wird die Mahnung „Wer von Euch ohne Sünde ist“ kein Umdenken einleiten. Doch sehe ich uns alle in der Pflicht, dann nicht wegzuschauen, sondern einzugreifen.

Im Sindelfinger Glaspalast war es dem Sicherheitspersonal des Veranstalters, sprich der Daimler AG, egal, dass betrunkene Zuschauer pöbeln und gar übergriffig werden. „Worte wollen nichts bewegen, Worte tun niemandem weh, darum lass uns drüber schimpfen, Hasskommentare sind okay“, möchte ich einen Text der Ärzte leicht modifizieren. Ja, möchte ich sagen, solange, bis irgendwann Blut fliest. Und dann will es niemand gewesen sein.

Wacht endlich auf!

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Unser erster Kritiker

Ja, der einzig wahre Rasenballsport ist nicht bei jedem Fan beliebt. Das 0:1 in Ingolstadt war ein Fest für alle, die unserem RBL die Daumen nicht drücken. „Rolex“ Kalle Rummenigge gratulierte dem FCI zur konzerninternen Leistungserfüllung und kündigte die Lieferung einiger schmackhafter „Udo Honig“-Würstchen an. Vorsprung durch Technik! Oder so ähnlich.

Wir schließen uns den Glückwünschen an den FCI an, mit Würstchen können wir leider nicht dienen. Aber zurück zu den „Nicht-Daumendrückern“. Als Fanseite des Rasenballsports kommt man nicht umhin, sich ab und an mit den „Protesten“ der Bewahrer reiner Fußballkultur zu beschäftigen. Heute morgen um 5:35 Uhr war es soweit: die erste Hassmail blinkte in unserem Postfach auf. Grund genug, sich mit dem Phänomen der RB-Kritik auseinanderzusetzen.

Fritzle Saitenbacher [Name durch die Redaktion geändert] ist der glückliche Sieger des Wettlaufs um den ersten Hassbrief an die Schwabenballisten. Wir gratulieren herzlich zu einem Meisterwerk aus Leidenschaft, Weitblick und argumentativer Schärfe. Die Siegermail sah wie folgt aus:

Ja, lieber Fritzle, wir betreiben diese Seite ernsthaft, kommen aus dem Ländle und drücken Rasenballsport Leipzig die Daumen. Nein, wir werden weder die IG überdenken, nein, wir werden uns nicht auflösen, ja, wir haben uns mit RB auseinandergesetzt und trotzdem feuern wir unseren Lieblingsverein mit voller Kraft und voller Freude an.

Fritzle steht sinnbildlich für viele Kritiker an dem Verein Rasenballsport Leipzig, seinem Hauptsponsor, der Investor und faktisch Inhaber ist, sowie deren Fans. Bis auf wenige orthographische Mängel und kleine grammatikalische Schwächen konnte zumindest das Sprachbild überzeugen. Hier ist Fritzle vielen Kritikern voraus. Inhaltlich fehlt es hier ein wenig an Substanz und lässt leider Parallelen zu manch anderem besorgten Bürger zu. Im Einzelnen:

>>> Pauschalierung <<<

Es fällt auf, dass sehr häufig versucht wird, Personen über einen Kamm zu scheren, als ob jeder RB-Fan gleich ist, gleich denkt, gleich fühlt [ach stimmt: ein „Kunde“ fühlt nicht], gleich handelt. Der Grund seinen Verein zu unterstützen, ist immer individuell geprägt. Jedes unserer Mitglieder hat einen anderen Weg zu RB gefunden, jeder hat andere Schwerpunkte, die ihm wichtig sind. Und genauso individuell, wie die Gründe dafür sind, Rasenballsport Leipzig zu unterstützen, so individuell ist die Entscheidung selbst. Jeder Schwabe darf selbst entscheiden, welchem Verein er die Daumen drückt. Und das ist auch gut so, liebe Genossinnen und Genossen!

>>> Fehlende Selbstbetroffenheit <<<

„Das tut mir in erster Linie für euch Leid aber noch viel mehr für die Fans, die ihre Liebe, Leidenschaft, Traditionen und den Stolz, Fan eines wahren Fussballvereins zu sein, über Generationen hinweg an den Nachwuchs weiter geben und wahre Werte und Gefühle vermitteln“.

Klingt toll. Ehrlich. Ich finde Fans super, die mit Liebe und Leidenschaft Traditionen pflegen und über Generationen hinweg an den Nachwuchs wahre Werte weitergeben. Ich weiß nicht, ob es die gleichen Werte sind [dazu später mehr], aber der Ansatzpunkt ist gut. Es zeugt allerdings von Arroganz zu glauben, genau das würde bei uns nicht passieren – zum einen im Kleinen, sprich in unserem Fanclub, wo Mütter und Väter an die Kinder etwas weitergeben und gemeinsam einem Hobby nachgehen, zum anderen im Großen, der gesamten RB-Fanszene, vorwiegend in Leipzig, wo alle Generationen sich mit einem Verein identifizieren können, der eben nicht für „Tracht und Prügel“, nicht für politische Instrumentalisierung und nicht für Abgrenzung gegenüber „Feinden“ steht, sondern für das, was eigentlich im Vordergrund stehen sollte: Sportlicher Wettkampf. Es muss Dir um uns nicht Leid tun.

Es muss Dir aber auch nicht um die anderen Fans Leid tun. Welchen Nachteil haben denn die von Dir zitierten Fans, wenn wir Rasenballsport Leipzig unterstützen? Richtig, gar keinen. Niemand wird gehindert, einen anderen Verein zu unterstützen. Wir haben Respekt vor dem Fandasein der Anhänger anderer Vereine. Gerne darf man gegenseitig sticheln, sportliche Rivalität ist super, aber niemandem wird etwas weggenommen, wenn wir Rasenballsport Leipzig unterstützen.

>>> Hass <<<

Lieber Fritzle, ich hoffe von ganzem Herzen, dass Du nicht der Fritzle Saitenbacher vom „VfB Fanclub Saitenbach“ bist. Als ein dem VfB gegenüber sehr positiv eingestellter Mensch, der die integrative Arbeit dieses Vereins für unsere Region unheimlich wertschätzt, hoffe ich sehr, dass diese Zeilen nicht vom Vorsitzenden dieses Fanclubs stammen. „Wahre Werte“ weitergeben, davon hast Du geschrieben. Nun hat jeder seine eigene Definition von Werten. Aber wenn ich lese: „gespickt mit abgrundtiefem Hass“, dann scheinen Deine Werte mit denen unserer christlich-abendländischen Wertegemeinschaft nicht ganz in Übereinstimmung zu stehen. Wir sehen es so: Hass hat auf und neben dem Fußballplatz, vor, während und nach einem Spiel nichts verloren! Hass setzt nie etwas Positives frei, es verengt den Blick und trübt die Sinne. Und vermutlich liegt genau da das Problem. Wer sich von Hass leiten lässt, den Gegner als „Feind“ betrachtet, der sieht in ihm nicht den Menschen und kann und will nicht wahrnehmen, was den anderen wirklich bewegt.

Als Du von „freier Meinungsäußerung“ schriebst, kamen mir spontan die „besorgten Bürger“ in den Sinn. „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“, u.s.w. Haben wir Dir verboten, Deine Meinung kund zu tun? Im Gegenteil, wir bieten Dir sogar eine Plattform. Mit Meinungsfreiheit – die übrigens der Staat als Adressat der Grundrechte gewähren muss und nicht Private – geht auch Verantwortung einher, Verantwortung mit den eingeräumten Rechten gut umzugehen und nicht wie manch besorgte Bürger auf die Straße zu gehen, um gegen nicht genehme Gruppen aufzustacheln.

Ich hoffe sehr, dass Du und Dein Umfeld diese Werte nicht an Euren Nachwuchs weitergebt. Ich lade Dich gerne ein, Dir mal ein eigenes Bild von den hier aktiven Menschen zu machen. Vielleicht wird es Deine Augen öffnen. Wir sind vielleicht anders als Du, aber Andersartigkeit kann auch bereichern.

Schwabenballisten sind traditionell anders – und des g’hört au so!

Anmerkung: in der ersten Version dieses Beitrages haben wir „Fritzles“ Echtnamen verwendet. „Fritzle“ hat uns zwischenzeitlich eine sehr vernünftige E-Mail geschrieben und einen konstruktiven Gesprächsfaden aufgenommen. Diese natürlich pointierte Auseinandersetzung mit seiner Kritik haben wir fairerweise anonymisiert, denn in der Sache soll es nicht um Personen, sondern die Art und Weise der Kritik an RB und uns gehen.

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Tabellenführer

Was hat Rasenballsport Leipzig mit dem SC Paderborn, dem SC Freiburg und dem FC St. Pauli gemeinsam? Alle Teams waren exakt einmal Tabellenführer der Fußballbundesliga. RBL ist das 33. Team im erlauchten Kreis der Tabellenführer, immerhin 21 Bundesligateams kamen nie in den Genuss. Am 18.11. war es dann vorläufig, am 19.11.2016 endgültig soweit. Wir waren dabei!

Die Anreise nach Leverkusen, einem vor Saisonbeginn noch als nahezu unbezwingbar geltenden Gegner im RB-Universum, gelang in sprichwörtlich letzter Minute – die Autofahrer auf B464, A8, A5, A67 und A3 nutzten jede Gelegenheit, um Unfälle zu produzieren, alle Fahrer tappten zur Krönung in einen Blitzer kurz vor Köln – im Stadion angekommen, stand es schon nach kurzer Zeit 1:0 für Leverkusen.

Trotz Gegentoren zu ungünstigen Zeitpunkten, bekamen wir ein zumindest offensiv starkes Spiel unserer Mannschaft zu sehen, die sich im zweiten Durchgang durch Emil Forsberg und Willi Orban belohnte. Das 3:2 war ein Moment für die Ewigkeit, ein Jubel, den ich im Stadion bislang selten erlebt habe, vielleicht am ehesten als die Schwenninger Wild Wings vor gefühlt 100 Jahren ihr entscheidendes Playdown-Spiel gegen Frankfurt gewannen.

Großer Jubel beim Schlusspfiff, aber wirklich realisiert hatten wir noch nicht, dass unser einzig wahrer Rasenballsport nun von der Spitze grüßt. Die offizielle Bestätigung in Form des Dortmunder Sieges gegen den bisherigen Spitzenreiter Bayern erlebte ich übrigens im Mannschaftsbus von „Lok“ Leipzig, der eine Schar überwiegender RB-Fans zu einer Familienfeier kutschierte. So sind sie, unsere Farmteams, stets zu Diensten.

Noch ein Wort zu Leverkusen. Den kleinen Teil Idioten, den es vermutlich überall gibt, klammern wir mal aus. Ansonsten sehr entspannte Atmosphäre und hervorragender Bus-Shuttle zum Chemiewerk, von wo aus die Abfahrt ohne nervigen Stau bestens klappte. Kein Vergleich mit dem Stadion auf der grünen Wiese in Hoffenheim. Kurzum: tolles Erlebnis bei einem Champions-League-Teilnehmer zu gastieren. Wir haben Lust auf mehr!

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Schwabenballisten on Tour #D98RBL

Man könnte auch sagen: Die schon wieder…

Ja ja – D98 gegen RBL hat fast schon Tradition. In der dritten Liga erstmalig getroffen, zusammen aufgestiegen, dann für ein Jahr aus den Augen verloren. Historischster Moment bislang: Das Tor zum 2:1 unseres Torhüters Fabio Coltorti aus dem Spiel heraus in der Nachspielzeit.

Erwartungen ans Spiel:

Trotz des derzeitigen Laufs und dem Status „unbesiegt“ hatten wir kein positives Gefühl bei der Anreise. Zu erwarten war eine Mannschaft, die mit einem 9-1-System spielt und dann auch noch den Mannschaftsbus hinten drin parkt.

Stimmungsseitig auch eher schwierig, da es dem Stadion im Bereich des Gästeblocks schlicht an einem Dach fehlt und damit alles Richtung Wolken verpufft.

Die Reise

Erstmalig mit interessierten Sympathisanten anderer Vereine on Tour – diese wollten entweder mal „Auswärts dabei“ sein (BVB) oder einfach mal wieder so was wie Fußball sehen (HSV). Den Wünschen kamen wir gern nach.

Auf dem Parkplatz angekommen, quer durch den Wald ging es vorbei an einer Container-Burg Richtung Stadion. Man kann sagen: Alles recht offen gestaltet. Und irgendwann steht man am oberen Rand des Stadion und schaut nach unten. Irgendwie dachten alle das Gleiche und einer äußerte es dann auch: „Was ist das denn für ein Loch?“ Das Stadion ist sicher eine sehr historisch ausgelegte Interpretation einer Sportstätte für den Fußballkonsum.

Egal. 3 Punkte holen und dann weg.

Das Spiel

Wider jeglicher Annahmen im Vorfeld hatte RB das Spiel vollkommen unter Kontrolle und lies praktisch keinen Zweifel dran, wer der Herr im Ring ist. Die Darmstädter waren offensichtlich vom Pokalspiel in der Woche noch ziemlich platt – anders war deren Leistung nicht zu beschreiben.

Die erste Halbzeit gestaltete sich noch äußerst zäh, in der zweiten Halbzeit war der restliche Widerstand dann gebrochen. Im Vergleich zu den Spielen in den unteren Ligen (ebenbürtig), war diesmal mindestens eine Klasse dazwischen. Mit dem 2:0 unserer Jungs kann man sehr zufrieden sein. Man bleibt also dran an der Spitze – sehr dicht sogar.

Besonderheiten:

Banner in Darmstadt

Im Vorfeld las der Stadionsprecher einige Fanclub-Banner vor – passte ja zum ausgerufenen „Traditionstag“. Und ob Absicht oder Versehen: Auch unser Banner wurde vorgelesen. Sorgte für Erheiterung – „Traditionell anders“ hat ihn beeindruckt.

 

 

 

 

 

 

Traditioneller EinschlagTraditioneller Einschlag. Nach dem ersten Schock über den Fußballplatz, sollte die Auswärtsfahrt bildhaft dokumentiert werden. Naja – das Ergebnis war dann weniger schön…

Veröffentlicht in RB Leipzig

Sky-Ticket: Zwischendurch-Kommerz für den Eventfan

Wie schon beim Artikel zum HSV-Spiel angekündigt, will ich heute auf einen ganz neuen Hype aus dem Hause Sky eingehen. Der Sender selbst nennt es Revolution, für mich ist es die seit Jahren fehlende Möglichkeit, auch ohne Abo und langfristige Verträge Inhalte aus der Sky-Fernsehwelt zu konsumieren. Nachfolgend möchte ich nur auf die ersten Erfahrungen eingehen und ggf. bei mir aufgetretene Herausforderungen schildern. Eines sei vorab gesagt: Probleme gab es keine!

Hintergrund:

Seit dieser Saison bietet Sky neben dem klassischen Pay TV auch die Möglichkeit, drei verschiedene Pakete „onDemand“ via Sky Ticket zu konsumieren.

Neben den für mich besonders interessanten „Supersport“-Ticket gibt es auch die Tickets „Entertainment“ und „Cinema“.

Auf diese Möglichkeit habe ich tatsächlich schon seit geraumer Zeit gewartet und das war auch der Grund, es sehr früh mal auszuprobieren. Für mich war auch von Vorteil, dass ich für den Zugang die bestehende Infrastruktur nutzen konnte und keinen zusätzlichen Receiver im Wohnzimmer installieren musste.

Technik:

Sky Ticket ist ein Dienst und nutzt klassisches Streaming über das Internet. Grundsätzlich ist es daher von einem Großteil aller internetfähigen Geräte nutzbar.

Folgende Geräteklassen sind für den Dienst laut Website geeignet:

  • Klassische PC’s & Mac’s
  • Mobile Endgeräte mit iOS, Android und Windows 10 Mobile
  • Eine eigene Hardware namens Sky-TV-Box
  • Spielekonsolen (Xbox One, PS3, PS4)
  • AppleTV
  • Einige SmartTV’s aus dem Hause LG / Samsung
  • und abschließend noch Googles Chromecast

Grundsätzlich ist damit also eine sehr breite technische Basis verfügbar und ein sehr breiter neuer Kundenkreis sollte erreichbar sein.

Preisgestaltung (Stand 11.10.2016, Details siehe Sky-Website):

„Entertainment“ gibt es für 9,99€ monatlich und „Cinema“ kostet 14,99€.

Das für mich relevante „Supersport“-Paket untergliedert sich in drei Preise:

  • Tagesticket: 9,99€, kein Abo
  • Wochenticket: 14,99€, kein Abo
  • Monatsticket: 29.99€, Abo, monatlich kündbar

Der Test:

Wir haben Mitte September und die Englische Woche steht in der Bundesliga steht ins Haus. Damit hab ich also ausreichend gute Spiele, um mal das neue Angebot auf Herz und Nieren testen zu können.

Die Anmeldung erfolgt über die Website des Senders und ist reichlich unspektakulär.

Das wichtigste an diesem Schritt ist: Die Anmeldung funktioniert nur mit der direkten Buchung eines der genannten Pakete. Das kann zwar zeitlich etwas schwierig sein, wenn das Spiel gleich losgeht, aber geht sehr schnell von der Hand. Die reine Anmeldeprozedur und Buchung dauert keine 5 Minuten und nach etwa 10 Minuten war alles schon freigeschaltet.

Neben den persönlichen Daten werden bei der Anmeldung die Informationen zur Bezahlung abgefragt. Das war es schon. Wirklich einfach gehalten. Nach wenigen Minuten hatte ich die Bestätigung via Mail im Postfach und alles war wie gewünscht freigeschaltet.

Die technische Einrichtung gestaltete sich nur unwesentlich aufwändiger. Das von mir präferierte Gerät wäre mein Samsung SmartTV gewesen. Leider konnte ich keine App im Store finden was daran lag, dass wirklich nur die Geräte aus dem Jahr 2014 unterstützt werden. Angeblich sollen auch weitere Jahrgänge hinzukommen, aber aktuell geht es nicht.

Also nahm ich die zweite Möglichkeit: Die Xbox One aus dem Hause Microsoft.

Kurz im Store gesucht und nichts gefunden. Irgendwie war die Suche nicht in der Lage, bei der Eingabe von „Sky“ auch die die App „Sky Ticket“ zu finden. Mittlerweile geht es , trotzdem war ich kurz nachdenklich. Die App lies sich natürlich schnell installieren und startete schnell. In den Einstellungen noch die Anmeldedaten bestehend aus Kundennummer und Passwort eingeben und der erste Login war erledigt. Die Bedienung über den Xbox-Controller ist erst mal gewöhnungsbedürftig, geht nach einiger Zeit aber gut von der Hand.

Durch die Verzögerungen beim Finden des geeigneten Zugangsweges war es auch schon Zeit für die Spiele der 2. Bundesliga. Also das Spiel KSC gegen den VfB eingeschaltet und dann der Schreck. Diese Bildqualität geht ja gar nicht! Der Schreck hatte allerdings nur eine kurze Halbwertzeit. Nach knapp 10 Sekunden wurde das Bild stufenweise besser und erreichte sehr schnell eine Qualität zwischen SD und HD. Insgesamt sehr ansprechend und während des Spiels gab es nur ein bis zwei Momente, wo das Bild kurzzeitig leicht schlechter wurde. Alles sehr stabil. Das gesamte beschriebene Verhalten konnte ich während des gesamten Testzeitraums beobachten.

Am Nachmittag folgte dann noch das Spiel HSV gegen RBL und ich konnte den verdienten Sieg ohne Probleme oder Bildfehler verfolgen. Ich war angetan. Während der Spiele verfolgte ich die die Auslastung der Leitung auf dem Router. Für die Übertragung war die Leitung dauerhaft mit max. 4 MBit/s belegt. Innerhalb weniger Minuten wird die Leitung kurzzeitig voll ausgelastet, was auf eine Zwischenpufferung hindeutet. Die zeitlichen Verzögerungen liegen auf dem Niveau von SkyGo und anderen Streamingangeboten und betragen etwa 30 Sekunden. Damit sollte man Twitter meiden, wenn man eine aktive Timeline hat ;).

Nachdem das erste Wochenende überstanden war, wollte ich noch sehen, ob auch andere Geräte so problemlos funktionieren. Zur Auswahl standen:

  • eine Mittelklasse-Workstation (Windows 10, V1607, LAN-Anschluss)
  • ein Convertible mit Intel Celeron  (Windows 10, V1607, WLAN)
  • ein Nokia Lumia 730 (Windows 10 Mobile, V1607, HSPA)
  • und die genannte Xbox One  (Windows 10, V1607)

Weitere Geräte konnte ich nicht testen, da der Dienst nur 4 registrierte Geräte erlaubt. Man kann einmal registrierte Geräte aber wieder abmelden und neue registrieren. Das unterliegt aber einigen zeitlichen Beschränkungen.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass Sky-Ticket auf allen Geräten ohne Probleme funktionierte. Selbst auf dem Smartphone klappte der Stream über das Mobilfunknetz ohne Wackler. Unterwegs kam zwar kein HD an, was allerdings aufgrund der kleineren Bildschirmdiagonale (4,7″) kein Problem war und gleichzeitig auch das Datenkontingent schonte.

Fazit der ersten Woche:

Erstaunlich gut und für Interessierte auch empfehlenswert. Alle genutzten Geräte funktionierten fehlerfrei. Die eingesetzte Hardware wurde vor keine Herausforderungen gestellt, was mich spätestens beim Smartphone positiv überraschte. Offensichtlich handelt es sich bei der Windows-Variante der Sky-App um eine sogenannte Universal-App, die im gesamten Betriebssystemuniversum von Windows 10 auf allen Endgeräten identisch ist. Das erleichtert die Bedienung schon ungemein…

Ausblick:

Einen Tag, nachdem das Wochenticket abgelaufen war bekam ich eine Mail vom Sky-Service-Team. Darin das Angebot: Die nächsten 3 Monate (und der Rest des aktuellen) für 14,99€ pro Monat. Die Begründung war, dass ich ja einer der ersten Nutzer sei und man wolle mich ja halten. Ich gehe davon aus, dass diese Mail jeder bekommen wird. Ich habe dieses Angebot angenommen und werde es Ende November fristgerecht kündigen. Danach geht es eh in die Winterpause und ich muss auch nix zahlen.

Insgesamt hat mich das Angebot definitiv überzeugt und ich werde gelegentlich zuschlagen.

Veröffentlicht in Dies & Das

Blogsphere & Presse zum Spiel #HSVRBL

Anbei ein paar interessante Berichte und Artikel rund um das Spiel HSV vs. RBL

rotebrauseblogger.de
Detaillierte Analyse, fachlich fundiert und immer wieder schön zu lesen.

dierotenbullen.com
Spielanalyse mit Videos und Bildern direkt vom Verein

RB-fans.de
Spielbericht von Fans für Fans

Leipziger Volkszeitung
Lokalpresse mit umfassender RB Berichterstattung

rblive.de
Themenportal der Mitteldeutschen Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Rotebrauseblogger

zwergenwerke.blogspot.de
Ein HSV-Fan entfrustet – eine Meinung zu den eigenen Ultras und dem Verein – macht nachdenklich

Focus Online
Eine schöne Zusammenfassung internationaler Pressestimmen – auch das ist für den traditionellen RB-Fan Neuland 😉

Veröffentlicht in Fußball, RB Leipzig